Zucker im 18.Jhdt.

Zucker wurde bis Anfang des 19. Jahrhunderts in Form eines Zuckerhutes gehandelt. Diese Form entspringt dem Reinigungsverfahren bei der Raffination. Nach dem ersten Reinigen und Eindicken des Zuckersaftes wurde die Zuckermasse in Hutformen gefüllt. Diese Hutformen waren konisch und hatten an der Spitze ein Loch. Der Hut wurde mit der Spitze in ein Auffanggefäß gestellt. Durch das Loch flossen die braunen Bestandteile in Form von Sirup bzw. Melasse ab, der Zucker kristallisierte von oben nach unten zur Spitze aus.

Die Zuckerhüte waren nahezu weiß, das hing vom Reinigungsgrad ab, sie konnten aber auch einen gelblichen Schimmer haben. Die damaligen Hüte waren größer als die uns heute bekannten und bis zu 50 kg schwer. Neben diesen Hutformen existierten sog. Brod-Formen. Diese waren kleiner und nicht konisch. Zumeist wurde der Rohzucker aus Zuckerrohr in dieser Form nach Europa gehandelt. In Europa wurde dieser Zucker dann in Raffinerien weiterverarbeitet, d. h. wieder aufgelöst und gereinigt. Zum Teil gelangte er aber auch als Rohprodukt direkt zum Verkauf. Ungereinigt, als sog. Rohzucker, war der Zucker durch die Sirup- und Melassebestandteile bräunlich. Auch hier variierte die Färbung je nach Reinigungsgrad.

Gemeinsam war dem Zucker aus Hut- und Brodformen, dass die Zuckerkristalle zu einer sehr harten Form verdichtet wurden und nur mit Hilfsmitteln (Schlagmesser, Sägen, kleine Äxte) abzutrennen waren. In kleinen Stücken wurde er dann konsumiert bzw. zur Weiterverarbeitung durch Stoßen und Mahlen verkleinert und verfeinert.

Zucherzange

Die Raffinierung des Zuckers (Rohrzucker wie Rübenzucker) in Hutformen war bis Anfang des 20. Jahrhunderts üblich.

 

Diese Informationen wurden von der Firma Südzucker AG zur Verfügung gestellt.

Vielen Dank für die Kooperation.

 

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